Mietminderung: Schimmel kann ein Grund sein.

Wenn man Schimmelpilze in der Mietwohnung findet, stellt man sich meist mehrere Fragen: Ist der Schimmel gefährlich? Wie sieht es mit der Renovierung beim Auszug aus? Wer übernimmt die Sanierung und die Kosten? Diese und andere Fragen klären wir hier.

Bei Schimmel direkt die Miete mindern?

Wer Schimmelpilze in der eigenen Wohnung entdeckt, fragt sich oft, was jetzt zu tun ist. Schimmel wird dabei nicht nur zum optischen Problem, sondern kann auch gesundheitliche Schädigungen zur Folge haben. Er kann Allergien und andere körperliche Beschwerden hervorrufen – und im schlimmsten Fall sogar lebensgefährlich sein. Man sollte Schimmel also nicht auf die leichte Schulter nehmen. Aber wer ist für die Entfernung verantwortlich? Und ist eine direkte Mietminderung möglich? Schließlich zahlen Sie ja Miete für eine einwandfreie Wohnung. Deshalb sollte Ihr erster Weg immer zu Ihrem Vermieter führen. Denn Sie sind dazu verpflichtet ihn, zu informieren sowie er verpflichtet ist, zu reagieren. Dokumentieren Sie zusätzlich den Schimmelbefall auch fotografisch. Das kann Ihnen im Nachhinein bei Streitigkeiten mit Ihrem Vermieter helfen. Der Grund für solche Auseinandersetzungen ist klar: Nicht immer ist eindeutig zu klären, welche der beiden Parteien für den Schimmelbefall verantwortlich ist. Deshalb sollten Sie die Miete auch auf keinen Fall voreilig und auf eigene Faust mindern. Denn manchmal stellt sich am Ende heraus, dass eine Mietminderung unzulässig war. Sind Sie nämlich selbst für den Schimmelbefall verantwortlich, kann Ihr Vermieter später nicht nur die ausstehende der Miete verlangen, sondern auch in manchen Fällen Ihren Mietvertrag kündigen. Aber soweit muss es nicht kommen.

Wer trägt die Schuld und die Kosten?

Da Schimmel verschiedene Ursachen haben kann, ist die Schuldfrage nicht immer direkt zu klären. Bauliche Mängel können für Schimmel verantwortlich sein. Das können Risse in der Fassade, Rohrbrüche oder auch Schäden am Dach sein. In diesem Fall ist der Vermieter dazu verpflichtet den Schimmelbefall und auch die Ursache zu beseitigen. Bis die Wohnung wieder schimmelfrei und intakt ist, können Sie eine Mietminderung verlangen. In welcher Höhe die Miete gemindert werden kann, hängt von der Stärke des Befalls ab – von 10% bis 90% Mietminderung ist alles möglich.

Unser Tipp: Welche Stationen einer Mietminderung Sie genau durchlaufen müssen, um Sie auch korrekt durchzuführen, können Sie bei Ihrem ansässigen Mieterschutzbund in Erfahrung bringen. Dieser berät Sie und hilft Ihnen auch Mängelanzeige zur Mietminderung auszufüllen. Diese sollte einer Mietminderung vorausgehen, um den rechtlichen Ablauf einzuhalten.

Es kann aber auch sein, dass Sie selbst mit seinem Fehlverhalten den Schimmelbefall verursacht haben. Dazu gehört eine schlechte Belüftung der Räume, ein falsches Heizverhalten oder das Trocknen der Wäsche in der Wohnung. Ist der Verursacher in einem Streitfall nicht eindeutig zu benennen, kann nur ein Experte wie ein Schimmel Gutachter helfen. Falls Ihr Vermieter Sie also für den Schimmelbefall verantwortlich macht, Sie sich aber keiner Schuld bewusst sind, sollten Sie einen Profi hinzuziehen. Dieser kann auch mit professionellen Tests das gesundheitliche Risiko einschätzen. Sollten Sie sich trotz des Gutachtens nicht mit Ihrem Vermieter einig werden, bleibt nur noch der Weg zum Gericht. Hier steht zunächst Ihr Vermieter in der Pflicht Ihnen Fehlverhalten nachweisen zu müssen.

Fazit: Wenn Sie Schimmelbefall in der Wohnung entdecken, sollte Sie zunächst ein Gespräch mit Ihrem Vermieter suchen. In den meisten Fällen können Sie eine gemeinsame und für beide Seiten akzeptable Lösung finden. Dennoch sollten Sie den Schimmelbefall dokumentieren. Wenn Sie die Miete mindern möchten und sich nicht mit Ihrem Vermieter einig werden können, suchen Sie Hilfe bei Ihrem Mieterschutzbund.

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